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Hier habe ich einige Infos für Sie zusammen gestellt. Es ist wichtig, dass Sie sich vorher informieren, damit nicht nachher Tier und Mensch unter der falschen Entscheidung  leiden!

Wählen Sie hier den Bericht aus, den Sie lesen möchten:


Quelle: Bericht aus dem "Stern" von 18.09.2003

Ein tierisches Geschäft

Konsumverzicht, wohin man blickt? Von wegen: Für ihre Haustiere greifen die Deutschen jedes Jahr tiefer in die Tasche. Der Milliarden-Markt ist hart umkämpft. Und noch die aberwitzigste Produktidee geht in Serie.

Von WERNER SCHMITZ und ANDREAS TEICHMANN (Fotos)

Wie wär's mit „Bon Appetit“ statt „Hier kommt Happi, Happi?" Auf irdenen Tellern hübsch serviert prangen die Fertiggerichte in der Anzeige der Frauenzeitschrift. „Frikassee mit Truthahn und jungem Gemüse, mit Huhn à la Provence, mit Rind und Pasta all’Italiana, mit Lamm à la Méditerranée... Vier neue Gourmetrezepte für kleine Genießer... Mit saftigen Fleischhäppchen, dazu speziell ausgewähltes Gemüse oder köstlich zubereitete Nudeln - alles liebevoll mit feinen Saucen angerichtet. Zum Reinbeißen lecker"

Der Nahrungsmittelkonzern Masterfoods, der die köstliche Werbung geschaltet hat, ist bekannt für seine Schokoriegel Mars oder Bounty. Die „kleinen Genießer“, die er mit mediterraner Küche verwöhnen will, sind allerdings stark behaart und vierbeinig. „Cesar Culinaria" ist Masterfoods neueste Kreation für den verwöhnten Hund. 150 Gramm Futter im Aluschälchen für 65 Cent. Sechs Portionen soll ein Zehn-Kilo-Kläffer täglich goutieren, empfiehlt Masterfoods.

Das Geschäft mit der Tierliebe, es blüht wie nie zuvor. 2,185 Milliarden Euro gaben die Deutschen im vorigen Jahr für Fertigfutter aus. Fast die Hälfte davon für die Katz. 924 Millionen Euro gingen vor die Hunde. Den Rest verschlangen Fische, Vögel und possierliche Nager. Trotz Krisenstimmung und Käuferstreik, für ihre tierischen Hausgenossen greifen die Deutschen Jahr für Jahr tiefer in die Tasche. Um vier Prozent stieg der Umsatz der Fut­termittelindustrie von 2001 auf 2002.

Dass eine solche Boom-Branche fest in der Hand global operierender Konzerne ist, versteht sich fast von selbst. Masterfoods aus den USA ist der Dinosaurier der Pet-Food-Industrie. Alle Marken, die der Durchschnittsdeutsche kennt, gehören dem von Forrest Mars gegründeten Unternehmen. Kitekat und Chappi, Whiskas und Frolic, Sheba und Cesar, dazu Pedigree und die Katzenstreu Catsan.

„Die Cesar-Werbung richtet sich vor allem an Frauen, die eine besonders intensive Beziehung zu ihrem kleinen Hund haben“, erklärt Masterfoods-Sprecherin Margrit Kolbe-Hopp. Die gelernte Psychologin weiß, was Frauchen wünschen: „Ein Hundefutter, das ihren eigenen Essgewohnheiten möglichst nahe kommt“.

Im Fressnapf wirken Cesars Köstlichkeiten allerdings weniger kulinarisch als in der Werbung, eher wie stinknormales Kötergulasch. Auf Fleisch getrimmte blassrosa Bröckchen in geliertem Glibber mit ein paar grünen Einsprengseln. Kein Wunder für Leute, die das äußerst klein Gedruckte auf dem Dosenboden entziffern. Zusam­mensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (Lamm mind. 4 %), Gemüse (Zucchini mind. 4 %), Getreide, Mineralstoffe, Kräuter, Zucker." In einem Schälchen mit "Lamm à la Mediterranée" verlieren sich also sechs Gramm Lamm.

WIE EIN KRIEGSGOTT überzieht Mars die Deutschen seit 40 Jahren mit immer neuen Werbefeldzügen. „Ein Prachtkerl dank Chappi. Katzen würden Whiskas kaufen." Die Attacken auf das Gefühlsleben der Tierfreunde waren bitter nötig. Hatten die hartleibigen Hundehalter und knauserige Katzenfreunde Fifi und Mieze vorher doch tatsächlich mit menschlichen Speiseresten gefüttert, und, wenn Muschi die mal wieder nicht fraß, die Katze kurzer­hand vor die Tür gesetzt. Zum Mäusefang, dem Job, für den das Vieh schließlich eingestellt worden war.

Es bedurfte Arbeit, Geld und Opfer, um diese in jahrtausenden eingerissene Unsitte auszumerzen. Besonders schwierig war der Widerstand der Lebensmittelhändler zu brechen. Weigerten sich die Traditionalisten doch strikt, Hunde- und Katzenfutter in ihre Regale zu stellen.

Unbekannt gebliebene Helden unter den Handlungsreisenden brachen die Blockade der Krämerseelen. Mit Dosenöffnern bewaffnet zogen Chappi-Vertreter durch die Lebensmittelläden und verspeisten den Hundefraß vor den Augen des Händlers und seiner staunenden Kundschaft. Wie hoch die eigenen Verluste in diesem speziellen Feldzug waren, verschwieg Mars. Was zählte, war der Erfolg: 90 Prozent der Hunde- und Katzenhalter verabreichen ihren Tieren inzwischen Industriefutter.

Andere Konzerne haben sich auch ein Stück vom Hundekuchen gesichert. Nestlé avancierte durch den Kauf von „Ralston Purina" zur Nummer zwei in Sachen Pet Food. Procter & Gamble akquirierte 1999 die Iams Company, die mit Trockenfutter den Premiumbereich bedient. Colgate­Palmolive legte sich die Marke „Hill's" und Ketchupfabrikant Heinz „Nature's Recipe" zu.

Die großen Futtermittelhersteller treten als Sponsoren beim Deutschen Tierschutzbund und dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) auf, finan­zieren Forschungsprojekte der tierärztlichen Hochschulen, beliefern niedergelassene Veterinäre mit Diätfutter, veranstalten an schönen Orten Kongresse und Tagungen für die Szene, gründen Clubs für Züchter, die - mit Rabatten geködert - ihre Marke den Welpenkäufern wärmstens empfehlen. Es ist eine Art animalischindustrieller Komplex entstanden, vergleichbar mit der Verfilzung von Rüstungsindustrie und Militär.

Ernst zu nehmende Kritiker sind schwer zu finden. Erik Zimen, der im Mai verstorbene Zoologe, war einer der unnachgiebigsten. „Wozu brauchen ,richtige' Hunde extra für sie in Flaschen abgefülltes Trinkwasser, aus Leder und Kalkmasse künstlich hergestellte Knochen, das peinlichst hygienisch abgepackte Futter?", fragte er in seinem Standardwerk „Der Hund“. Schließlich sei er nichts anderes als die gezähmte Variante des Wolfes, der von der Maus bis zum Elch alles mit Haut und Haaren verschlingt. Auch Aas.

"Der Hund kann alles fressen, was er mag. Dazu gehören auch Küchenabfälle", schrieb Zimen. „Lassen wir uns doch nicht von den Hundefutterherstellern für dumm verkaufen! Die Hundekost sollte vor allem abwechslungsreich sein, und das sind die Reste unserer Mahlzeiten meist allemal im Vergleich zu dem Büchsen- und Brockeneinerlei. Wenn es dann nicht reicht, ist es sicher für den Hund gesünder, er bekommt beim Schlachter gekauften fri­schen Pansen und ein paar Knochen dazu als denaturierten Einheitsfraß“.

Die Futtermittelindustrie verteidigt ihre Lufthoheit über den Fressnäpfen. Füt­terung mit Essensresten führe zu Mangelerscheinungen, durch rohes Fleisch könnten bakterielle Erreger wie Salmonellen übertragen werden. „Fertigfutter verlängert das Leben von Katze und Hund", behauptet Masterfoods. Untersuchungen, die das belegen sollen, stammen aus dem eigenen Haus.

UND VON WEGEN EINHEITSFRASS! Eukanuba, der führende Trockenfutter-Produzent im Premiumsegment, bietet 13 verschiedene Hundefutter, sechsmal Katzenkost und 16 Diätfutter für unpässliche Tiere an. Futter für junge, erwachsene und alte Hunde, jeweils unterschiedlich für kleine, mittlere und große Rassen. Wissenschaftlich erforscht, meist auf der Basis von Schlachtabfällen von Hühnern, alternativ auch mit Lamm und Reis. Besonders im Trend: Eukanuba Light, das Futter für fette Fifis und mopsige Muschis.

Natürlich könnte man dem adipösen Tier auch mit der in der Human-Diätetik bewährten „FdH"-Methode beikommen. Aber den Rat, nur die Hälfte zu füttern, ist nun gerade von der Futtermittelindustrie nicht zu erwarten. „Wir produzieren Eukanuba Light auch nicht für das Tier", bekennt Christiane Cleff-Matzak von Proctor & Gamble, „sondern für den Halter". Der soll die kalorienarmen Knödel zwar nicht knabbern. Herrchen dicker Haustiere bringen es jedoch meist nicht übers Herz, ihren Liebling auf halbe Rationen zu

setzen. Eukanuba Light können sie in ge­wohnter Fülle verabreichen - und sich weiter gut fühlen.

Über dicke Hunde, fette Katzen und ihre Menschen haben die Tiermediziner der Münchner Uni viel geforscht. Wie nicht anders zu erwarten, sind die Halter adipöser Heimtiere häufig selbst übergewichtig. Ihr Tier wird als „Mitmensch" verwöhnt und nicht mehr als Tier erlebt.

Dieses Phänomen tritt beileibe nicht nur bei Übergewichtigen auf. „Je weniger es zu sozialen, zwischenmenschlichen Bindungen kommt, desto mehr bilden Haustiere einen Ersatz für diesen Mangel", konstatierte das Forschungsteam um Professo­rin Ellen Kienzle aus München. Nur so sei zu verstehen, „dass es in der heutigen Ge­sellschaft zu einem Wertewandel bezüglich der Stellung des Tieres gekommen ist, dessen Extreme schließlich in einer Vermenschlichung des Tieres" mündeten.

Auch die Medizin gönnt dem Tier bei­nahe menschliche Behandlung. Elektrokardiogramm und Ultraschall gehören heute zur Standardausrüstung moderner Veterinäre. Großstädtische Tierkliniken bieten Computer- und Kernspintomografie für Hund und Katze an. Kostenpunkt: 350 bis 400 Euro pro Untersuchung. Die Hightech-Geräte aus der Humanmedizin sind tierisch ausgelastet Von überall her überweisen Veterinäre ihre Patienten nach Düsseldorf. Unter Vollnarko­se werden Katzen und Hunde hier auf Knochendefekte und Krebsgeschwülste untersucht.

Andere Tierkliniken bieten sogar Chemotherapien an. Die Vermenschlichung geht so weit, dass die Halter ihrem krebskranken Liebling lieber den Tort der Therapie antun, als ihn per Spritze von seinen Leiden erlösen zu lassen. Warum Veteri­näre das machen? Die 10 475 niedergelassenen Tierärzte in Deutschland konkurrieren um jeden Patienten. Jedes Jahr verlassen 900 neue Viehdoktoren die Universitäten, nur 250 scheiden aus dem Berufsleben aus. Die Jungen drängen in die Selbstständigkeit. Sie reparieren Wellensittiche zu Dumpingpreisen oder verschreiben sich der Apparatemedizin.

HINTER DEN VETERINÄREN STEHT die Pharmaindustrie. Die Hälfte seiner Tierarzneimittel vertreibt die Bayer AG im Bereich Hobbytiere. Tendenz steigend. Auf einem Fortbildungskongress für 1200 Tierärzte und deren Helferinnen in Baden-Baden stellten die Rheinländer kürzlich ihre Wellness-Reihe „VivoBay" für schwächelnde Heimtiere vor. Gegen Stress, bei Verdauungsstörungen, zur Gewichtsreduzierung. Der Fantasie der Pro­duktentwickler scheinen keine Grenzen gesetzt. Neuester Hit des Hauses: „Bay-O-Pet Schweineohren light", fettreduzierte, getrocknete Sau-Lauscher als Snacks.

Der Hund lebt nicht vom Ohr allein. Mit dem Drumherum lässt sich auch eine Menge Geld verdienen. 761 Millionen Euro gaben die Deutschen im vergange­nen Jahr für Tierzubehör aus, 2,3 Prozent mehr als 2001. Hundeleine, Katzenklo, Vogelbauer, Hamsterkäfig, Aquarium. Wer glaubt, mit einem Dutzend Artikel ließe sich jedwede Kreatur im Hause hal­ten, hat noch nie den Karlie-Katalog in Händen gehalten. 447 Seiten prall gefüllt mit 8000 Produkten wie dem „Nagerheim Villa Wunderbar“, dessen „XTREME Wheel" im Dunkeln grün fluoresziert. Oder „Feline Leopard", einem „Premium Plüsch-Rascheltunnel in attraktiver Leopardoptik mit Catnip-Spielzeug".

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Keinen 60-Kilo-Hund für eine 50-Kilo-Frau
Ob groß oder klein: Worauf Sie beim Kauf eines Haustieres unbedingt achten sollten.

 

Kaufen Sie ein Haustier nie spontan, Es ist oft eine Entscheidung für die  nächsten 10 bis 15 Jahre. Überlegen Sie vorher, was mit dem Tier geschehen soll, wenn Sie in Urlaub machen. Denken Sie nicht nur an den Kaufpreis. Futter, Zubehör, Tierarzt und Versicherung kosten auf Dauer ein Vielfaches. Arten wie Frettchen, Streifenhörnchen, Minischweine, Präriehunde, Panzerechsen und Giftschlangen sind nicht geeignet. 

Ein paar "Spielregeln:"

Hund
Haben Sie die Zeit jeden Tag zwei Stunden mit Bello rauszugehen? Gartenaufenthalt reicht nicht. Kaufen Sie keinen Hund per Kleinanzeige. Hundehändler sind billig, aber Sie drehen Ihnen kranke und gestörte Hunde an. Wenden Sie sich an einen VDH-Züchter (Info: Tel. 0231/565 000). Wählen Sie die Rasse nicht nach Äußerlichkeiten aus, sondern nach dem Verhalten. Kein Jagdhund für Nichtjäger, kein Hütehund für die Familie. Kaufen Sie keinen Hund, den Sie im Notfall nicht halten können! Keinen 60-Kilo-Hund für eine 50-Kilo-Frau. Kaufen Sie keinen Modehund. Rassen die in Mode sind, werden massenhaft produziert nicht sorgfältig gezüchtet. Gehen Sie zur Hundeschule. Die Befehle Sitz!, Platz! und vor allem Komm! muss er zuverlässig befolgen.

Katze
Spielen Sie mit Ihrer Wohnungskatze. Sie braucht Bewegung. Machen Sie Ihre Wohnung zum Abendteuerspielplatz für die Katze. Kaufen Sie besser zwei Katzen, wenn Sie berufstätig sind. Wurfgeschwister vertragen sich am besten. Lassen Sie Ihre Katze kastrieren. Kaufen Sie ein Katzenklo mehr, als Sie Katzen haben. Stellen Sie es an einem ruhigen Platz abseits vom Futter- und Schlafplatz

Kaninchen
Kaufen Sie keinen zu kleinen Käfig (min. 80 x 50 x 50 cm). Schlafhöhle und Liegebretter in verschiedner Höhe dürfen nicht fehlen. Lassen Sie Ihr Tier im Zimmer unter Aufsicht oder in einem Gatter im Garten laufen. Kaninchen sind Fluchttiere mit Bewegungsdrang. Füttern Sie vor allem Heu, frisches Gras und Wiesenkräuter. Äste von Obstbäumen dienen dem Abschliff der Nagezähne.

Meerschweinchen
Halten Sie Meerschweinchen nicht einzeln Es sind Rudeltiere. Lassen Sie die Böckchen kastrieren. Meerschweinchen vertragen sich gut mit Kaninchen, deren Ansprüche an Käfig und Futter sie teilen.

Goldhamster
Kaufen Sie keinen Goldhamster für Ihre Kinder. Hamster sind nachtaktive Einzelgänger, die schlafen, wenn Ihre Kleinen wach sind - und umgekehrt.

Vögel
Lassen Sie die Finger von Papageienvögel. Sie brauchen Umweltbedingungen, die in unseren Breiten nicht gegeben sind. Halten Sie keinen Wellensittich in Einzelhaft. Wellensittiche sind Schwarmvögel. Spiegel , Plastikvögel und Glöckchen ersetzen den Artgenossen nicht. An Spielzeug können sich Sittiche verletzen. Kaufen Sie keinen zu kleinen Käfig. Vögel wollen fliegen, nicht nur hüpfen. Runde Vogelbauer sind ungeeignet Verwenden Sie keine Plastikstangen, sondern naturbelassene, einseitig befestigte, unterschiedlich dicke Äste. Sie federn und verhindern Gelenkerkrankungen. 

Fische
Machen Sie sich schlau über Wasserchemie und Ansprüche der gewünschten Fische, bevor Sie Ihr erstes Aquarium anschaffen. Sonst bezahlen die Fische Ihre Unkenntnis mit dem Leben. Kaufen Sie keine billigen "Einsteigersets". Sie sind zu klein für ein stabiles Wassermilieu. Setzten Sie nicht zu viele Fische ins Becken.

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